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Stille Nacht! Heilige Nacht!

In schweren Zeiten entstand ein Lied des Friedens

Am 24. Dezember 1818 drückt Joseph Mohr, seines Zeichens Hilfspriester in Oberndorf bei Salzburg, dem aus Oberösterreich stammenden Organisten Franz Xaver Gruber ein Gedicht in die Hand - "Stille Nacht! Heilige Nacht!". Er bittet Gruber die Zeilen, die er zwei Jahre davor verfasst hat, zu vertonen.

Am selben Abend singen die beiden in Anschluss an die Christmette vor der Krippe der Pfarrkirche St. Nikola in Oberndorf zum ersten Mal das heute berühmteste Weihnachtslied der Welt. Mohr und der aus Hochburg-Ach im oberösterreichischen Innviertel stammende Gruber mögen dieser "einfachen Komposition" - wie der Komponist sie selbst bezeichnete - keine große Bedeutung zugemessen haben. Ihr Antrieb war, den leidgeprüften Menschen Hoffnung zu spenden. Krieg und Not, sich mehrmals verschiebende Grenzen waren in den Jahrzehnten seit der Französischen Revolution zum Alltag geworden. Dazu kam der gewaltige Ausbruch des Vulkans Tambora im April 1815 im fernen Indonesien. Seine Aschewolke bescherte Europa 1816 ein "Jahr ohne Sommer" mit Missernten und Hunger. "Stille Nacht! Heilige Nacht!", ein Lied des Friedens in schweren Zeiten.

Der Zillertaler Orgelbauer Carl Mauracher lernte das Lied in Oberndorf kennen und nahm es mit in seine Tiroler Heimat. Von dort trugen es Sängerfamilien in den deutschsprachigen Raum und weiter in die ganze Welt hinaus. Heute wird es in 300 Sprachen und Dialekten gesungen.

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