Laternen auf einem Waldweg

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Bahnwärter Thiel

Linz, Oberösterreich, Österreich

Nächster Termin

22.11.2019 / 09:30

Veranstaltungsort

Tribüne Linz
Eisenhandstraße 43
4020 Linz

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+43 699 11399844
kontakt@tribuene-linz.at
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Meisternovelle von Gerhart Hauptmann

Um sein kleines Söhnchen Tobias nach dem Tod seiner ersten Frau Minna umsorgt zu wissen, heiratet der etwas sonderbare und sehr wortkarge Bahnwärter Thiel die ehemalige Kuhmagd Lene, eine kraftstrotzende, sinnliche Frau, die sofort das Kommando in der armseligen Stube übernimmt. Als ihr gemeinsames Kind zur Welt kommt, beginnt Lene den in der Entwicklung zurückgebliebenen Tobias körperlich und seelisch zu misshandeln – aus Eifersucht, aber wohl auch, um den stummen Gatten herauszufordern, was ihr ansonsten nur durch ihre erotische Ausstrahlung gelingt. Gelähmt vor Angst, aber den Blick voll sexueller Begierde, schaut Thiel ihren Grausamkeiten tatenlos zu, begehrt nicht auf, um seinen kleinen Sohn zu beschützen, begehrt nur Lenes energiegeladenen Körper, dem er verfallen ist.

Um Seelenruhe zu finden und seinen Gewissensbissen zu entkommen, zieht sich Thiel immer öfter in sein abgelegenes Bahnwärterhäuschen zurück, wo er sich ungestört seiner zweiten heimlichen Obsession hingeben kann, dem Totenkult um seine geliebte Minna. In den Nächten lässt er die Verstorbene dort wieder auferstehen und verbringt mit ihr verloren geglaubte Stunden tiefsten Friedens und innigster Zweisamkeit. Bis auch diese Harmonie gestört wird durch Minnas stummes Flehen, dem kleinen Tobias doch endlich zu helfen, bevor noch ein größeres Unglück geschieht. Jedoch bis auf kleine Akte des Widerstands gegen Lene bleibt Thiel zu schwach, um die Bitten seiner toten Frau zu erfüllen.

Als er von seinem Vorgesetzten gleich neben den Schienen unweit seines Bahnwärterhäuschens ein Stückchen Land geschenkt bekommt, auf dem Lene Kartoffeln anbauen kann, droht er nicht nur sein heiligstes Refugium zu verlieren, sondern auch Minnas Prophezeiungen erfüllen sich auf zutiefst tragische Weise.

In Gerhart Hauptmanns berühmter Meisternovelle aus dem Jahr 1888 prallen mit unglaublicher poetischer Wucht Alltag und Wahnsinn, äußere Passivität und innere Obsessionen aufeinander. Mit dem Tod seiner ersten Frau und der darauf folgenden zweiten Heirat stellen sich in Thiels kleinem Eisenbahnerleben zudem die Weichen Richtung Tragödie. Seine Wahrnehmung kippt durch seine Lebensenge und Weltferne, Lenes Demütigungen und die Schuld und Scham gegenüber seinem Erstgeborenen immer mehr ins Irrationale, bis schließlich aus einem scheinbar so lammfrommen Menschen ein irrsinnig gewordener Doppelmörder wird.

Hauptmann gilt als „der letzte Klassiker“ an der Schwelle zur Moderne. Neben seinen bekannten Bühnenstücken ist auch sein erzählerisches Werk höchst dramatisch und voller Empathie. Die vorliegende frühe Novelle, ein Wunderwerk an Sprachrhythmus und Poesie, an symbolischen Bildern und psychologischem Feingefühl, ist hoch spannend und die Handlung rollt erbarmungslos voran wie der Unglückszug, der sich durch die Naturidylle schneidet und immer mehr an Fahrt aufnimmt, einem unausweichlichen Ende entgegen.

Es begegnen uns in diesem berühmten Paradewerk des Naturalismus bereits die Gegenströmungen Expressionismus und Symbolismus. Diese besondere Verbindung macht die kompakte Erzählung so sprach- und bildkräftig, dass sie für die Bühne wie geschaffen scheint. Um sie textlich originalgetreu zeigen zu können, bedarf es aber einer ganz speziellen künstlerischen Form, die wir erstmals bei „Werther“ und dann auch bei „Alma“ erprobten und die wir nun nochmals zuspitzen. Ein Gesamtkunstwerk zwischen Hörspiel und Stummfilm, mit durchgehender Musik, aber auch einem Gemälde ähnlich, das lebendig wird und zu sprechen beginnt.

  • 22.11.2019 / 09:30
  • 23.11.2019 / 19:30
  • 05.12.2019 / 19:30
  • 16.12.2019 / 19:30
  • 04.02.2020 / 09:00
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