IN UNSERER NATUR!: Viel bewegt – und noch viel vor
16 Partnerorganisationen – vom Tourismus über Land- und Forstwirtschaft sowie Jagd bis hin zu Alpinvereinen, Natur- und Landschaftsschutz sowie drei Resorts des Landes Oberösterreich (Naturschutz, Landwirtschaft, Tourismus) – arbeiten seit dem Jahr 2023 unter Koordination des Oberösterreich Tourismus zusammen. Ziel ist, das Bewusstsein für richtiges Verhalten bei Aktivitäten in der Natur zu schärfen und Maßnahmen zur Besucherlenkung und Naturraumnutzung umzusetzen.
IN UNSERER NATUR! wird im Rahmen des GAP-Strategieplans Österreich 2023–2027 von Land Oberösterreich und Europäischer Union kofinanziert. Die Partner haben sich einstimmig darauf verständigt, die Initiative auch nach dem Auslaufen des Förderprojekts fortzusetzen.
“Wir Menschen brauchen die Natur. Wir nutzen sie wirtschaftlich, etwa in der Land- und Forstwirtschaft, auch in der Jagd. Für andere wiederum ist sie in erster Linie Raum für Erholung, Sport und Freizeit. Diese verschiedenen Interessen führen immer wieder zu Konflikten, die sich vermeiden lassen, wenn sich alle respektvoll verhalten und der Natur mit Fairness und Vernunft begegnen”, beschreibt Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner den Ausgangspunkt von IN UNSERER NATUR!
Nützen und Schützen
„Nützen und schützen“ ist das Motto von IN UNSERER NATUR!, dessen Zielsetzung es ist den Zugang zu Naturräumen für Erholung und Bewegung zu bewahren und Fair Play Regeln beim Freizeitsport in der Natur zu etablieren.
"Der Drang nach Naturerlebnissen abseits der ausgetretenen Pfade lässt uns zu leicht vergessen, dass wir in diesem Terrain nur zu Gast sind. Zu allen Jahreszeiten gilt es daher mit offenen Augen und wachem Geist durch die Natur zu gehen. Mit IN UNSERER NATUR! wollen wir Bewusstsein schaffen, ohne die Menschen mit erhobenem Zeigefinger zu belehren“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter und Naturschutz-Landesrat Manfred Haimbuchner.
“Oberösterreichs wunderbare und einzigartige Kulturlandschaft ist von einer atemberaubenden Vielfalt geprägt. Diese haben wir Großteils unseren Bäuerinnen und Bauern zu verdanken, die tagtäglich mit voller Leidenschaft unsere Almen, Wiesen, Äcker und Wälder bewirtschaften und pflegen. Daher liegt es in unserer gemeinsamen Verantwortung, der Natur mit dem nötigen Respekt zu begegnen”, appelliert Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.
Innovative Projekte für die Naturraumnutzung
Neben dem Fokus auf Bewusstseinsbildung standen die vergangenen drei Jahre für IN UNSERER NATUR! im Zeichen der Entwicklung neuer Konzepte und Ideen für eine faire, umweltverträgliche Naturraumnutzung. In verschiedenen Modellregionen wurden gemeinsam mit regionalen Partnern Maßnahmen entwickelt und Projekte ausgearbeitet. Die Zielsetzung: Besucherinnen und Besucher lenken, sensible Naturräume entlasten, nachhaltige Mobilität fördern und regionale Wertschöpfung schaffen.
Das sind die wichtigsten Projekte in den Regionen:
- Regionales Freizeitwegemanagement im Mühlviertel. Mit Unterstützung der LEADER Regionen Mühlviertler Kernland und Mühlviertler Alm wurde eine regionale Plattform für Dialog und Zusammenarbeit geschaffen, die eine nachhaltige und konfliktarme Nutzung von Freizeitwegen fördert. Gemeinsam werden Fair-Play-Regeln weiterentwickelt, Wege besser koordiniert, sensible Naturräume besser gechützt und Lösungen für Mehrfachnutzung geschaffen. Dafür wird ein digitales Wegemanagement-Tool entwickelt, das in weiterer Folge oberösterreichweit ausgerollt werden kann.
- 360° Alpenland - Gesamtkonzept für regional abgestimmte Mobilitätslenkung. Dank eines zusätzlichen Projektes der LEADER Region Nationalpark Kalkalpen entstehen an stark frequentieren Ausflugszielen wie dem Schiederweiher in Hinterstoder oder dem Gleinkersee in Roßleithen innovative Konzepte für nachhaltige Besucher:innenlenkung und klimafreundliche Mobilität. Parkraummanagement, öffentlicher Verkehr und Tourismusangebote werden dafür systemisch miteinander verknüpft. Erstes konkretes Ergebnis: ab Frühling 2027 gibt es eine neue öffentliche Buslinie zum Gleinkersee.
- Die Messung von Echtzeit-Mobilfunkdaten an 45 Natur-Hotspots im Salzkammergut und im 360°Alpenland tragen zur zielgerichteten Steuerung von Besucher:innen-Strömen bei. 82 Millionen anonymisierte Daten aus den letzten drei Jahren lassen fundierte Analysen zu Frequenzzahlen zu. Sie sind eine valide Basis für Entscheidungen über Lenkungsmaßnahmen, um sowohl Naturräume als auch die Erlebnisqualität zu sichern. Ein Pilotprojekt soll bis 2028 den Schiederweiher als naturnahen Erlebnisraum mit Naturvermittlungsangeboten und höherer Aufenthaltsqualität neu erlebbar machen.
- Die neuen Wanderwege HausruckRing und SteigerPfad in der Region Quellenviertel verbinden Natur, Kulturgeschichte und nachhaltige Mobilität. Hier greifen gute Bahn-Anbindungen, Fair-Play-Regeln und digitale Informationsangebote ineinander und fördern den sanften Tourismus. Das Projekt wird von mehreren LEADER-Organisationen getragen und schafft ein Modell, das auf andere Regionen übertragbar ist. Die Weiterentwicklung durch neue Inszenierungen, digitale Formate sowie Vermittlungs- und Bildungsangebote für Schulen, Jugendliche und Familien wird auch in Zukunft touristische Impulse in die Region bringen.
Kommunikations-Hits: Augenzwinkern statt Zeigefinger
Bei den Menschen das Bewusstsein für faires Miteinander und richtiges Verhalten in der Natur schaffen – das muss kein „trockenes“ Thema sein. Die Kommunikation – kreativ und konzeptionell geleitet von Oberösterreich Tourismus – erfolgt daher nicht mit dem sprichwörtlichen Zeigefinger, sondern mit einem Augenzwinkern.
Dabei sind zuletzt zwei echte Kommunikations-Hits gelungen: Das mit Unterstützung von KI produzierte "Fair Play"-Video zeigt menschliches Verhalten aus der Sicht tierischer Waldbewohner und wurde beim Multimedia-Award The Golden City Gate im Rahmen der ITB Berlin mit dem Excellence Award ausgezeichnet.
94-jährige Kletter-Sportlerin geht viral
Der wohl außergewöhnlichste Erfolg gelang aber mit der 94-jährigen Kletterin Maria Kittl. In einem von Oberösterreich Tourismus für IN UNSERER NATUR! gestalteten Social-Media-Clip begeistert die Bad Ischlerin nicht nur mit Leidenschaft, Pioniergeist und einer unglaublich positiven Ausstrahlung. Sondern bewegt auch mit ihrem Aufruf für ein faires und respektvolles Miteinander in der Natur. Mittlerweile mehr als zwei Millionen Menschen haben den Clip auf Instagram, TikTok und Facebook gesehen. Zehntausende positive, emotionale Reaktionen in den unterschiedlichsten Sprachen zeigen: Diese Botschaft wird auch ohne Worte über Grenzen hinweg verstanden.
"Mit der Plattform „IN UNSERER NATUR!“ ist es uns gelungen, ein in dieser Form österreichweit einzigartiges Netzwerk zu knüpfen. Unterschiedliche Interessengruppen sitzen an einem Tisch und entwickeln auf Augenhöhe zukunftsweisende Lösungen für einen Tourismus im Einklang mit der Natur und den Menschen im Land. Dieses konstruktive Klima der Zusammenarbeit wollen wir auch in Zukunft pflegen und einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen ins Zentrum unseres Handelns stellen”, sagt Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer von Oberösterreich Tourismus.
IN UNSERER NATUR! - das sagen die Projektpartner
"Unsere Bäuerinnen und Bauern schaffen und pflegen die Kulturlandschaft, die viele Menschen zur Erholung schätzen. IN UNSERER NATUR! stärkt das Bewusstsein für ein respektvolles Miteinander – auch Erholungssuchende tragen Verantwortung für Natur, Landwirtschaft und Mensch."
Franz Waldenberger, Präsident Landwirtschaftskammer Oberösterreich
“Der Nationalpark Kalkalpen gibt der Natur Raum zur freien Entfaltung. Neben Rad- und Wanderwegen und Almen braucht es zum Schutz sensibler Bereiche Besucherlenkung und Gebietsaufsicht. Es bedarf aber auch Partner, um gemeinsam am Bewusstsein zu arbeiten, dass die Natur Wertschätzung und Respekt braucht. Diese starke Partnerschaft bietet uns IN UNSERER NATUR!”
DI Josef Forstinger, Direktor Nationalpark OÖ. Kalkalpen
“Wir freuen uns über den Trend zum Wandern und zur Bewegung in der Natur. Um ein gutes Miteinander aller für die Zukunft abzusichern, wurden im Rahmen des Projektes IN UNSERER NATUR! Verhaltensempfehlungen und viele Tipps für den respektvollen Umgang erarbeitet. Als wichtigen Beitrag zur Besucherlenkung betreuen die alpinen Vereine mehr als 6.000 Kilometer markierte Wanderwege in Oberösterreich und wollen mit Respekt vor der Natur für andere Vorbild sein.”
Thomas Poltura, Landesobmann Alpenverein Oberösterreich und Andreas de Bettin, Vorsitzender Naturfreunde Oberösterreich
“Naturfläche ist eine endliche Ressource. Umso wichtiger ist es, dass es landesweit Angebote und Regeln gibt, um eine lebenswerte, artenreiche Natur zu erhalten, aber auch zu nutzen.”
Herbert Sieghartsleitner, Landesjägermeister
IN UNSERER NATUR - die Projektpartner
- Amt der OÖ. Landesregierung (Direktion für Landesplanung, wirtschaftliche & ländliche Entwicklung, Abteilung Wirtschaft, Forschung und Tourismus, Abteilung Naturschutz, Abteilung Land und Forstwirtschaft)
- OÖ Landesforstdienst
- Landwirtschaftskammer Oberösterreich
- OÖ Almverein
- Landesverband Oberösterreich des Alpenvereines
- Naturfreunde Oberösterreich
- Sportunion Oberösterreich
- Österreichische Bundesforste
- Nationalpark OÖ. Kalkalpen
- Naturparke Oberösterreich
- Naturschauspiel
- OÖ Landesjagdverband
- Wildbach- und Lawinenverbauung
- OÖ Berg- und Skiführerverband
- OÖ Seilbahnholding GmbH
- Oberösterreich Tourismus GmbH (Gesamtkoordination)
Dokumente:
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